Alte Trampelpfade verlassen um Zukunftsfähig zu bleiben

„Die Probleme unserer Zeit verlangen manchmal neue Ideen.“ So beginnt Stefan Ament, Bürgermeisterkandidat, das Gespräch. Wenn es beispielsweise um das Thema des demografischen Wandels gehe, der zweifelsohne nicht aufzuhalten ist, müsse man nicht vor den allgemeinen Prognosen für Deutschland und unsere Region zurückschrecken. Wir müssten auf unsere Stärken vertrauen und diese nutzen. Wenn die Prognosen bis zum Jahr 2034 von einem Rückgang von ca. 2000 Bürgerinnen und Bürgern sprächen, so sei das eben nur eine Prognose. Gründau habe auf Grund der finanziellen Mittel andere Möglichkeiten als benachbarte Kommunen in unserer Region. Daher sei es auch nicht zielführend, mit einfachen Rezepten wie Stopp bei Neubaugebieten und dem Ausbau von Seniorenzentren zu werben.

„Solange Gründau für junge Familien attraktiv ist, sollten wir diesen Vorteil nutzen“, betont Stefan Ament. Denn junge Familien, die sich in Gründau auf Grund der niedrigen Abgaben und Gebühren und der guten Infrastruktur ansiedeln und dies eben nicht in Nachbargemeinden tun, lassen solche Prognosen am Ende fehlerhaft erscheinen. Die Einnahmen aus der Einkommenssteuer helfen Gründau zukunftsfähig zu bleiben.

Aber auch andere Wege müssen angedacht werden. Denn nicht jeder Senior, jede Seniorin wolle in einem Seniorenheim wohnen. „Viele ältere Menschen sind bis ins hohe Alter fähig und willens einen eigenen Haushalt zu führen, auch wenn sie ab und an auf Hilfe angewiesen sind“, stellt Stefan Ament fest. Warum also nicht Neubaugebiete so gestalten, dass vorzugsweise altersgerechte Einfamilienhäuser in Bungalowbauweise, Mehrfamilienhäuser mit geräumigen Aufzügen, oder Mehrgenerationenhäuser gebaut werden. In diesen Baugebieten könnten Gewerbeflächen für Ärtzehäuser, Apotheken, häusliche Pflegedienste und Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden um das Gebiet vorzugsweise für Senioren attraktiv zu machen. Eine solche Idee beinhalte auch viele wirtschaftliche Aspekte, die Gründau und den Gewerbetreibenden zugutekommen kämen.

Dennoch muss sich Gründau auch der Verantwortung für diejenigen Senioren stellen, die einen Platz in einem geeigneten Seniorenheim wünschen. Wenn die SPD das Nein von CDU und FWG zum Kauf des ehemaligen Seniorenzentrums in Hain-Gründau als ein Signal gegen einen solchen Willen verstehen will, dann hat sie in der Diskussion nicht ordentlich zugehört. Es gab damals wie heute noch viele ungeklärte Fragen zu diesem speziellen Thema denen sich die SPD auf Grund ihrer absoluten Mehrheit nicht stellen wollte, also hat sie das Thema durchgeboxt. „Hoffen wir für Gründau, dass das kein Schnellschuss war“, mahnt Johannes Heger, Fraktionsvorsitzender der CDU.

Stefan Ament möchte das Thema von allen Seiten diskutieren und mit Bürgern, aber auch mit anderen Kommunen, die schon neue Wege beschritten und die alten Trampelpfade verlassen haben, und in einen ergebnisoffenen Dialog zu diesem Thema eintreten, um Gründau auch bei der Frage der Seniorenpolitik zukunftsfähig zu machen. Dazu sollte man sich aber die notwendige Zeit lassen, um am Ende die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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